Über den Taoismus -                         

eine kleine Einführung

Tao der Nacht
© Tai Chi Schule Wiesbaden 2012
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Tao-ismus – ist für mich persönlich keine Religion, sondern eine Lebensphilosophie. Taoismus steht hier stellvertretend für ein natürliches Leben. Die ursprünglichen Taoisten kamen aus China und waren sehr exakte Beobachter der Natur. Die Gesetzmäßigkeiten in der Umwelt haben sie geschickt auf sich selber angewandt und lebten im Einklang mit sich und der Welt. Zumindest versuchten sie es. Taoisten oder naturverbundene Menschen gab und gibt es aber in allen Traditionen, in allen Kulturen überall auf der Erde. Taoismus ist in diesem Fall ein verallgemeinernder Begriff, wobei gerade die chinesische Kultur eine Vielzahl an herausragenden taoistischen Persönlichkeiten hervorgebracht hat und mit ihnen ein Wissen um Ernährung, Sexualität, Meditation, körperlicher Bewegung, Kampfkunst und vielen anderen Dingen. Das Bemühen nach Natürlichkeit steckt in uns allen. Es gibt keinen Lebensbereich der nicht davon tangiert wird. Wer wünscht sich nicht Balance, Gelassenheit, Unbeschwertheit, Vitalität, Vertrauen, Herzlichkeit und Liebe? Die Kunst das eigene Leben zu meistern oder das Leben welches man führt zu einer Kunst zu erheben ist ein aufregendes Unterfangen. Da Leben nicht nur 8 Stunden am Tag passiert, kann man eigentlich alle Bereiche des Lebens zur Kunst erklären. Ob wir dazu „Tao der Bewegung“, „Tao der Nacht“, „Tao der Musik“, „Tao des Pilgerns“, „Tao der Meditation“ etc. sagen oder einfach nur versuchen die einzelnen Bereiche unseres Lebens in Einklang zu bringen ist eigentlich egal. Es geht nicht so sehr um Etikette, sondern um Inhalte, um Ideen wie man mehr Lebensqualität mit Hilfe spezieller Übungen gewinnt. Also ganz konkret, ob wir nun sitzen, liegen, stehen oder laufen gewisse Grundprinzipien der Körperausrichtung können permanent angewandt werden. D.h. wir können versuchen unseren Körper wieder mehr zu spüren, bewusster zu atmen, klarer zu sehen oder innerlich loszulassen und zwar 24 Stunden am Tag/Nacht. „Tao“ signalisiert dass es sich um eine Methode handelt, die dies ermöglicht, einen „Weg“ der quasi nicht mehr verlassen wird, weil er sich stimmig anfühlt und uns wacher werden lässt. Also was ist Dein Tao? Das herauszufinden ist gar nicht so einfach, da viele von unseren Denkmustern aufdoktriniert wurden – andere haben uns gesagt was richtig ist, was man zu tun hat und was nicht. Wer definiert eigentlich richtig und falsch, gut und böse, sinnhaft und sinnlos? Dies kann man nur selber tun, indem man ehrlich zu sich selber ist und hinterfragt was man wirklich erleben möchte und nicht so sehr die Rolle spielt, die andere für einen vorgesehen haben. Die persönliche Entdeckungsreise erfordert neben Ehrlichkeit auch Durchhaltevermögen und Humor, dann können wir unser Potential voll entfalten. Eine positive Grundeinstellung hilft uns mehr Menschlichkeit zuzulassen. Allerdings ist das Streben nach Perfektion zum Scheitern verurteilt, wenn überhöhte „unmenschliche“ Normen angesetzt werden. Es geht in diesem Zusammenhang darum die Natürlichkeit des Mensch-Seins wieder zu empfinden und nicht um Übernatürlichkeit oder extreme Massstäbe sich selber aufzuerlegen, wie z.B. ein Superheld sein zu müssen/zu wollen. Der Mensch ist nicht perfekt und doch kann man an sich arbeiten, es ist nicht so sehr das Streben nach Vollkommenheit als vielmehr die Sehnsucht bei sich selber anzukommen, sich zu akzeptieren, das Leben zu akzeptieren, die Natur zu akzeptieren und damit die eigene Existenz. Taoismus ist pragmatisch und verhilft zu mehr Balance, ob es einen „besseren“ Menschen aus einem macht, kann jeder für sich selbst herausfinden und beurteilen. Im Kern lehrt uns das Tao auch Einfachheit. Im Prinzip sind die Übungssäulen, wie Bausteine die ein komplettes Gebäude ergeben oder wie Zahnräder, die ineinander greifen – letztenendes geht es um Fluss in allen Lebensbereichen. Oft mag man sich Ruhe wünschen und dennoch es ist nicht die Pause die man ersehnt oder die Stopptaste, sondern das Fliessen lassen, die Mühelosigkeit im Dasein, das Gefühl grenzenloser Freiheit und Zufriedenheit mit dem was da ist. So paradox es klingen mag – strenggenommen gibt es keinen Stillstand – alles ist Bewegung, alles verändert sich. Manche Dinge langsam kaum merkbar andere rasant schnell. Die Natur lebt und daher ist sie in Bewegung. Auf der Ebene der Essenz gibt es schon Stille, um allerdings dorthin zu kommen braucht es Bewegung, das „wieder Fließen lassen“. Meines Erachtens darf man erst einmal Bewegung (yin und yang) verstehen lernen und dann den Urgrund (die Leere) aus dem sie und alles andere hervorkamen. Auf dieser Entdeckungsreise biete ich Interessierten gerne meine Hilfe an.